Massenspektrometrie: Die Identität einer Charge
Die HPLC zeigt, wie sauber eine Probe ist. Die Massenspektrometrie zeigt, ob es überhaupt das richtige Molekül ist.
Die Massenspektrometrie (MS) beantwortet eine einfache, aber entscheidende Frage: Ist das Molekül im Vial das Molekül auf dem Etikett?
Wie es funktioniert
Bei Peptiden wird meist die Elektrospray-Ionisation (ESI) genutzt. Die Moleküle werden dabei schonend in geladene Ionen überführt, ohne zu zerfallen. Das Gerät misst anschließend das Verhältnis von Masse zu Ladung, kurz m/z.
Weil Peptide mehrere Protonen aufnehmen können, erscheint dasselbe Molekül oft mehrfach im Spektrum:
| Ion | Bedeutung | Beispiel BPC-157 (m/z) |
|---|---|---|
| [M+H]⁺ | einfach protoniert | ca. 1419,7 |
| [M+2H]²⁺ | zweifach protoniert | ca. 710,4 |
Stimmen die gefundenen Werte mit den aus der Sequenz berechneten überein, ist die Identität bestätigt.
Theorie gegen Messung
Aus der Sequenz ergibt sich eine theoretische Masse. Die Abweichung der Messung davon wird in Dalton oder in ppm angegeben. Wie groß sie sein darf, hängt vom Gerät ab: Hochauflösende Systeme erreichen wenige ppm, Routinegeräte liegen im Bereich von Zehntel Dalton.
LC-MS: beides in einem Lauf
Häufig werden HPLC und MS gekoppelt. Dann lässt sich nicht nur der Hauptpeak identifizieren, sondern auch jeder Nebenpeak einer Masse zuordnen. So wird aus einer anonymen Verunreinigung eine konkrete Aussage, etwa eine fehlende Aminosäure oder eine Oxidation.
Warum beides zusammengehört
- HPLC ohne MS: sauber, aber möglicherweise das falsche Molekül
- MS ohne HPLC: richtiges Molekül, aber unbekannte Menge an Begleitstoffen
Erst die Kombination ergibt ein belastbares Bild. Deshalb enthält jeder unserer Chargenberichte beide Verfahren.